Lawinenlagebericht Bayern: wann und wo
Der Lawinenwarndienst Bayern beim Bayerischen Landesamt für Umwelt gibt in den Wintermonaten jeden Tag um 17:00 Uhr einen Lagebericht für die folgenden 24 Stunden heraus. Er gilt für sechs Regionen der bayerischen Alpen:
- Allgäuer Alpen
- Ammergauer Alpen
- Werdenfelser Alpen
- Bayerische Voralpen
- Chiemgauer Alpen
- Berchtesgadener Alpen
Im Sommer gibt es keine täglichen Berichte. Feste Anfangs- und Endtermine der Saison nennt der Warndienst nicht.
Quelle: lawinenwarndienst.bayern.de, abgerufen am 07.10.2026Die fünf europäischen Gefahrenstufen
- 1 – gering
- 2 – mäßig
- 3 – erheblich
- 4 – groß
- 5 – sehr groß
Der Deutsche Alpenverein empfiehlt für Schneeschuhwanderer: bei Gefahrenstufe 4 und 5 auf Touren verzichten. Den Bericht liest man in drei Schritten: Wie groß ist die Gefahr (Stufe)? Wo sind die Gefahrenstellen (Höhe, Hangrichtung)? Was ist das Problem (zum Beispiel Neuschnee, Triebschnee, Nassschnee)?
Quelle: DAV – 10 Empfehlungen zum Schneeschuhwandern; DAV-Flyer SchneeschuhwandernLawinengefahr im Mittelgebirge
Für Schwarzwald, Bayerischen Wald, Harz und die anderen Mittelgebirge gibt es keinen amtlichen Lawinenlagebericht. Das heißt nicht, dass dort nie Lawinen abgehen. Am Feldberg sind vor allem steile Nordhänge oberhalb von etwa 1.300 m betroffen, etwa das Zastler Loch, der Baldenweger Buck und die Nordseite des Herzogenhorns. Im Februar 2026 kamen dort zwei Skitourengeher bei Lawinenabgängen ums Leben.
Auf den ausgeschilderten Schneeschuh-Trails besteht nach Einschätzung der Bergwacht keine erhöhte Gefahr. Wer sie verlässt, muss Steilhänge, Rinnen und Wechten selbst beurteilen können. Der DAV schreibt für Wintertouren im Bayerischen Wald: Auf alpine Gefahren, insbesondere Lawinengefahr, ist selbst zu achten.
Quellen: Stuttgarter Zeitung, 17.02.2026; alpenverein.de – Skitouren Bayerischer WaldNebel, Wechten, Sturm: die häufigeren Gefahren
Auf den kahlen Kuppen von Feldberg, Brocken, Wasserkuppe oder Kahlem Asten verschwinden bei Nebel alle Orientierungspunkte. Die Tourenbeschreibung der Feldberg-Gipfeltour warnt ausdrücklich vor Nebel und rät, Abstand zur Wechtenkante zu halten. Am Brocken muss die Bergwacht regelmäßig unterkühlte Wanderer aus Schneesturm holen.
- Wetterbericht am Vorabend und am Morgen lesen, bei Sturmwarnung die Kammlagen meiden.
- Track auf dem Handy speichern und eine Karte mitnehmen – im Nebel helfen keine Spuren.
- Nicht allein gehen und jemandem Route und Rückkehrzeit sagen.
- An Kanten mit überhängendem Schnee (Wechten) großen Abstand halten.
Im Notfall
Notruf 112 – europaweit, auch ohne Guthaben. Die Leitstelle alarmiert die Bergwacht.
Beim Anruf: Wo ist es passiert? Was ist passiert? Wie viele Verletzte? Welche Verletzungen? Dann auf Rückfragen warten. Das alpine Notsignal ist sechsmal pro Minute ein Zeichen (Rufen, Pfeifen, Lichtsignal), dann eine Minute Pause.
Die Bergrettung leisten in Deutschland ehrenamtliche Bergwachten, unter anderem die Bergwacht Bayern, die Bergwacht Schwarzwald und die Bergwacht Sachsen. Man ruft sie nicht direkt an, sondern immer über die 112.
Quelle: DAV – Tipps und Infos